PFERDEVERHALTEN VERSTEHEN

Schon immer gab es den Wunsch des Menschen, die Sprache der Tiere zu verstehen! Ich helfe Euch hier, zumindest Euer Pferd besser verstehen zu lernen. Euer Pferd kommuniziert laufend mit Euch und eigentlich sehr deutlich und direkt, Ihr müsst nur lernen es richtig zu deuten um darauf auch aggieren zu können - für eine besser

PFERD-MENSCH Beziehung!

IMPONIEREN

 

ein mit dem Sexualverhalten verschränktes Imponier- und Drohverhalten, das auf gleichgeschlechtliche Rivalen abweisend oder einschüchternd und auf das andere Geschlecht anziehend wirkt.

Diese ambivalente Ausdrucksform kann als ein Aufmerksamkeit forderndes Verhalten des Hengstes verstanden werden.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Imponieren wird gelegentlich auch in der Zusammenarbeit mit dem Menschen gezeigt. Bei bestimmten Dressurlektionen trainiert man mit der Piaffe und Passage das Imponierverhalten des Hengstes.
Dabei wird auf ein beeindruckendes, langsam "kadenziertes" Gehen mit einem hohen Anheben der Hufe Wert gelegt. Die kadenz ist im natürlichen Verhalten von Stuten weniger verbreitet und kommt ggf. beim Schreckverhalten oder bei Aufregung mit gering ausgeprägten Imponierschritt vor.
Deshalb werden derartige Lektionen der Hohen Schule vorwiegend Hengste und genetisch veranlagte Rassen mit den physiologisch entsprechenden Merkmalen trainiert.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Beim unerwünschten Imonierverhalten sind die Ursachen zu klären, die im Umfeld (zB. rossige Stute) oder in einer mangelhaften Führungsrolle der Bezugsperson zu suchen. Allgemein wird das Aufmerksammachen auf sich empfohlen. Ein wohl dosiertes Imitieren des Imponierens, das jedoch nicht zum Kampf herausfordern darf, kann man zB. beim Fortschicken einsetzen.
dabei erhöht man die Muskelanspannung und streckt beide Arme seitlich ab, um körperlich größer und impolsanter zu wirken. Auch kann ein sehr vertrautes Pferd zum Kopieren animiert werden, indem man neben ihm mit stark angehobenen Knien "herstolziert".

HINTERHANDSCHLAGEN

 

Es handelt sich dabei um ein Aggressionsverhalten, wo anhand der Hinterhand ernsthaft versucht wird das Zielobjekt zu treffen.
 

Voran wird mit der Hinterhand gedroht, wenn dies nicht verstanden wird, ausgeschlagen!

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Ein direktes Ausschlagen nach Menschen erfolgt in der Regel als defensives Aggressionsverhalten. Die Motivation hierzu sind vielfältig wie zB.:

  • schlechte Erfahrung im menschlichen Umgang
  • unvertraute Aktivitäten in der "blinden" Zone des Pferdes (wo es Dich nicht sieht)
  • andauernde Bestrafungen
  • reflexartige Reaktion auf ungewohnte Berührungen an Schweifrübe, Hinterhand oder Geschlechtsteile bzw. Anus
  • Angst vor geschlossenen oder engen Räumen

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Auseinandersetzungen mit einem auf Dich agressives Pferd sollte immer vermieden werden! So sollte auch auf das "dressieren" agressives Verhalten verzichtet werden (bestrafen, schlagen etc.).

Dennoch können bestimmte Berührungen das Pferd plötzlich zum Ausschlagen veranlassen. Derartige Touchierpunkte liegen zB. im Kruppe-Schweifbereich, die zur Dressur der Kapriole genutzt wird.

Der sogenannte Kruppenreflex und Perianalreflex kann ausgelöst werden, wenn die Unterseite der Schweifrübe oder der Anus (zB. mit kalten oder ungewohnten Gegenständen berührt werden.

Insbesondere Stuten werden dadurch veranlasst, den Schweif einzuklemmen, die Kruppe zu senken und möglicherweise auszuschlagen oder ein "Buckeln" zu zeigen.

HINTERHANDDROHEN

 

Es handelt sich dabei um ein Aggressionsverhalten, wo anhand der Hinterhand offensiv oder defensiv gedroht wird.
 

Oft wird auch ein Schweifschlagen beobachtet bzw. gestreckte Kopf-Halshaltung und angelegte Ohren.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Das Hinterhandpräsentieren bzw. Hinterhanddrohen wird auch gegenüber dem Menschen häufig als Verteidigungsgeste eingesetzt, was auch oft im Zusammenhang mit einem "Drohgesicht" auftreten kann.

In folgenden Situationen, können in der Zusammenarbeit mit dem Menschen, Hinterhanddrohen ersichtlich sein:

  • beim Einfangen
  • Satteln
  • Aus-der-Box-Holen
  • Putzen

Unter Umständen ist es ein Signal dafür, dass dem Pferd etwas schmerzt oder es mit dem Menschen nicht zusammenarbeiten möchte (zB. weil Pferd viel geschlagen / angeschrien wird, man ungeduldig ist, am Zügel herumreißt, Pferd trotz Schmerzen gearbeitet wird,...).

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Dem "Hinterhanddrohen" kann der Mensch zB. durch leichtes, rythmisches Schwingen des Führstricks begegnen und das Pferd damit auffordern, sich ihm zuzuwenden (auf sich aufmerksam machen).

Danach abklären und abtasten ob dem Pferd etwas fehlt oder es einfach zu heiß ist für ein gemeinsames Training (dann lieber nur spazieren gehen oder grasen gehen).

Sattel checken, ob der vielleicht nicht korrekt sitzt, drückt, einengt...

Wenn dies alles in Ordnung ist, sollte man sich selbst in Frage stellen - mein Umgang mit dem Pferd!

HERANHOLEN

 

Es handelt sich dabei um ein Bindungsverhalten, wo das ranghöhere Pferd appelliert an seine Artgenossen, sich ihm bzw. der Herde anzuschließen bzw. näher zu kommen.

 

Leise Lautäußerungen können dieses Verhalten untermalen, wie zB. brummeln, leises wiehern

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

In der freien Zusammenarbeit ohne Führstrick (zB. Freiheitsdressur, RoundPen Arbeit, Abholen von der Weide) hat das Signal des Heranholens seine Bedeutung. Es ist beobachtet worden, dass Pferde welche nicht mit Artgenossen aufgewachsen sind, das Signal Heranholen nicht verstehen. Kommt ein Pferd frontal auf den Menschen, ohne Einladungsgeste zu, kann das Ausdruck seiner ranghöheren Position sein - wo das Pferd fordert, dass Du weichen sollst, es kraulen, es Dich absuchen will nach Futter, oder Dir den Wink gibt, ok wir können gehen.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Nachdem Aufmerksammachen oder Fortschicken (zB. RoundPen Arbeit) können folgende Körpersignale zum Heranholen imitiert werden:

  • man bewegt sich in bogenförmiger Linie auf das Pferd zu
  • mit leicht gebeugten Knien
  • leicht vorgebeugten Oberkörper
  • locker herunterhängender Schultern
  • circa 45 Grad Winkel zur Längsachse des Pferdekörpers

 

Dieses Verhalten bringt das Pferd dazu, anzuhalten bzw. aufmerksam zu werden. In dieser Einladungsgeste sind die Augen vom Pferd abgewandt und der Blick ist gesenkt.

Alle Bewegungen erfolgen langsam und fließend. Um dem Pferd Zeit für eine Reaktion zu geben, verharrt man in der passiven Haltung bzw. man geht bei längerem Zögern des Pferdes in großen Bögen hin und her, sodass das Pferd auf die Schulter gezogen wird.

Weiß man das Pferd hinter sich oder in seiner Nähe, dreht man sich entspannt und mit weiterhin gesenkten Blick zum Pferd und streichelt in einer seiner Komfortzonen.

HAUT- U. FELLPFLEGE

 

Es handelt sich dabei um ein Bindungs- und Komfortverhalten.

 

Die bevorzugten Fellpflegebereiche siehst Du anhand des Bildes, als auch die berührungsempflindlichen Bereiche.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

In menschlicher Obhut kann die Körperpflege des Pferdes zu einer starken sozialen Bindung und zu großem Vertrauen beitragen. Das führt dazu, dass der Mensch als Sozialpartner angesehen wird, indem das Pferd seinem Kopf an ihm reibt, ihn beim Putzen beknabbert oder durch "Zwicken" und "Schnappen" zum Fellkraulen auffordert.
Dabei kann es oft zu Missverständnissen kommen, da der Mensch gern an den berührungsempflindlichen Stellen im Kopfbereich des Pferdes krault.

Pflege- und Reinigungsmittel können den Schutzfilm der Haut erheblich stören, zumal hier etwa 12 Bakterien- und Pilzarten leben, die zusammen mit weiteren fettigen Substanzen aus den Talgdrüsen für einen immunregulierenden, antibakteriellen als auch  pilzabwehrenden Hautschutz sorgen.

Zudem schädigt übermäßiges Putzen die natürliche Fettschicht der Haut und vermindet die Thermoregulation.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Die selbstbestimmte als auch uneingeschränkte Fellpflege gehört zu den elementaren Verhaltensbedürfnissen des Pferdes und kann nur durch adäquate Haltungsbedingungen gewährleistet werden.

In der solitären Fellpflege können angelegte Halfter ohne Aufsicht zu lebensgefährlichen Situationen führen (zB. hängen bleiben beim Kratzen).

Das Nachahmen der Fellpflege, das sogenannte Putzen, trägt zur Entspannung und zum Wohlbefinden des Pferdes bei.

Allerdings ist beim Striegeln mit angemessenem Putzzeug auf das Ausdrucksverhalten des Pferdes zu achten, das anzeigt, welche Stellen nicht behagen.

Insbesondere während der Rosse kann sich eine größere Empfindlichkeit und ausgeprägte Kitzeligkeit einstellen. 

Anzeichen für Unbehagen beim Putzen sind:

  • Schweifschlagen
  • Ohrenanlegen
  • stärkeres Zusammenziehen von Nüstern und Oberlippe
  • hoch gehaltener Kopf
  • Pferd probiert zu weichen, wegzugehen

 

Ein ständiges Ignorieren dieser Signale kann (je nach Rasse und Vorerfahrungen) zum verstärkten Aggressionsverhalten (zB. Schlagdrohen) führen oder auch zum nichterkennen von Schmerzen.

Putzen oder Duschen durch Menschen ersetzt jedoch nicht die soziale Fellpflege unter Artgenossen oder Wälzen.

GENUSSGESICHT

 

Lustbetonte Mimik, die auf ein erwartetes oder bereits eingetretenes erhöhtes Wohlbefinden schließen lässt.

 

Der typ. Gesichtsausdruck - auch Putzgesicht genannt - wird bei sozialen Fellpflege gezeigt.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Auch Menschen gfegenüber wird das Genussgesicht in Erwartung des bevorstehenden Putzens oder kratzen bevorzugter Stellen wo man selbst nicht hin kommt, gezeigt.

Es ist zudem ein deutliches Signal des Vertrauens, wobei die Bezugsperson in die soziale Pflegemaßnahme - wie dem beknabbern durch sein Pferd - mit einbezogen werden kann.

 

FRUSTRATION

Gemütszustand nach Verhinderung elementarer Verhaltensbedürfnisse, die in gesteigerter Form mit LEIDEN in Verbindung gebracht wird und von Aggressions- oder Fluchtverhalten begleitet sein kann.

 

Es reicht von Kopfschütteln, Tänzeln, Steigen, angelegte Ohren, Stampfen, Buckeln bis hin zur Lethargie, was zum Gesichtsausdruck noch beobachtet werden kann.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Durch das Frustrationsverhalten mach das Pferd auf seine unbefriedigende Situation aufmerksam.

Im alltäglichen Umgang mit dem Menschen sind Frustrationserlebnisse zu beobachten wie zB. das vollständige Fehlen von Lob oder permanentes Schreien oder hinschlagen auf das Pferd bzw. bestrafen für unerwünschte Leistung oder nicht Gehorsam. Durch anhaltendes Bestrafen, kein täglicher Koppelgang, kein täglicher Sozialkontakt zu anderen Pferden, zu wenig oder schlechte Futterqualität, zu wenig Stallhygiene (schlecht gemistete Boxen) kann es zu chronischer Frustration bis hin zu Depressionen (Apathie) führen, was wiederum Magengeschwüre und Stresskoliken auslöst.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Grundsätzlich sollte ein Frustrationsverhalten nicht provoziert weden. Hierzu gehören als Grundvoraussetzung eine soweit es möglich ist, artgerechte Haltung und verhaltensgerechte Umgang. Um anhaltende Frustration vorzubeugen können folgende Aspekte wichtig sein:

  • vielfältige optische, akustische und taktile Reize
  • Erkundungsverhalten fördern (spazieren gehen mit dem Pferd, Ausritte)
  • menschliche Anforderungen an sein Pferd, sollten deckungsgleich mit den individuellen phyischen sowie psychischen Stärken, Charakter und Rasse des Pferdes sein
  • abwechslungsreiches Training mit kleinen Fortschritten, sorgt für hohe Motivation
  • auf seine eigene Stimmung achten, da sich schlechte Stimmung oder wenn man sich krank fühlt sofort auf das Pferd überträgt und somit auch von dem Pferd keine top Leistung abverlangen kann
  • stets dem Pferd Zeit lassen, neue Aufgaben und Situationen in Ruhe zu lernen
  • erwünschtes Verhalten unmittelbar sofort positiv verstärken
  • häufig für Entspannungsphasen sorgen
  • Einfach nur so mit seinem Pferd verbringen, OHNE etwas von ihm zu fordern (sich zu seinem Pferd auf die Koppel setzen, in die Box setzen, spazieren gehen mit dem Pferd, grasen gehen mit seinem Pferd...)

FORTSCHICKEN

Offensives Drohverhalten zur Erhaltung bzw. Schaffung von Individualdistanz zu einem Artgenossen.

 

Vorgehensweise:

Gestreckte Wirbelsäule mit tief gehaltenem Kopf, angelegten Ohren und Blickfixierung in frontaler Ausrichtung auf den Fortgeschickten. Manchmal auch in Kombination mit beißen.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Fortschicken wird als Dominanzsignal des Menschen in verschiedenen Zusammenhängen in der Bodenarbeit eingesetzt und bestimmt das Raumverhalten des Pferdes.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Als Imitation des Fortschickens bietet sich Folgendes an:

Man bewegt sich von der Mitte aus mit gespreizten Fingern und ausgestreckten Armen in Richtung der Hinterhand, in dem die Schulter parallel zum Pferdekörper zeigt (angespannte Körperhaltung, aufrechter Gang).
Der Blick ist auf die Pferdeaugen fixiert.

Die Fußspitze und freie Hand, die dem Pferdekopf am nächsten sind, zeigen in die Richtung, in die das Pferd ausweichen soll.

Das Fortschicken des Pferdes kann durch eine in Richtung Hinterhand touchierende Longe unterstützt werden.

Ohne das Pferd zu berühren und es gewünscht von sich fort zu bewegen geht man wie folgt vor:

  • zum Antreiben auf die Hüfte zielen mit der Longe
  • zu mehr Abstand halten auf die innere Vorderhand mit der Longe zielen
  • zum wenden aus der Mitte heraus auf die Kopf-Hals-region zielen mit der Longe
     

Jedoch NIE das Pferd damit treffen! Es reicht im Normalfall bei einem gut ausgebildeten Pferd und gute Pferd-Mensch Kommunikation das andeuten auf bestimmte Körperregionen, dass das Pferd weicht wohin man möchte!

 

Nur im Notfall, wenn es garnicht mehr geht mit der Longe touchieren (NICHT SCHLAGEN)!

FOHLENKAUEN

Besonders bei Fohlen und Jungpferden gezeigte Unterlegenheitsgeste - auch Leerkauen oder Unterlegenheitskauen genannt - bei der Annäherung bzw. beim Aufenthalt im Umkreis eines ranghohen Tieres und bei der "sozialen Begrüßung".

 

 

Vorgehensweise:

Um kleiner zu erscheinen, wird der gesamte Körper tiefer gehalten, der Rücken gewölbt, die Knie werden eingeknickt und der Schweif meist eingeklemmt. Der waagerecht nach vorn gestreckte Kopf, der etwas verdrehte Hals und der starre Gesichtsausdruck kommen an einer Saughaltung gleich.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Es wird berichtet, wenn ein Pferd ohne Artgenossen aufwächst, sondern nur bei Menschen, auch noch erwachsene Pferde das Fohlenkauen jedoch nur gegenüber Menschen zeigen. Wobei die übrigen Unterlegenheitsgesten nie oder sehr spät gelernt werden.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Unterlegenheitsgesten werden oft als Unwilligkeit oder Ungehorsam fehlinterpretiert, obgleich sie zum natürlichen Verhaltensrepertoire des Pferdes zählen.

Eine entspannte und damit erfolgreiche Zusammenarbeit ist bei starken Unterwerfungssignalen nicht möglich, da die Pferde damit Angst und Unsicherheit zeigen.

In diesem Fall sind beschwichtigende Körpersignale zu geben, die den Druck vom Pferd nehmen. Hierzu gehören: 

  1. Kopf und Blick senken bzw. abwenden
  2. Schulterachse eine viertel Drehung vom Pferd abwenden
  3. oder ganz umdrehen
  4. Pferd annähern lassen, den Menschen beschnuppern lassen
  5. Mensch sollte dabei ruhig und entspannt stehen bleiben

FLEHMEN

Aufnahme besonderer Geruchsreize wie zB. Pheromone durch das Vomeronasalorgan, die von der Riechschleimhaut der Nasenhöhle nicht wahrgenommen werden können. Vorgehensweise:

Das Pferd atmet hörbar durch die Nüstern ein, dann erfolgt der typ. Aufrollvorgang der Oberlippe.

Dabei wird das obere Zahnfleisch entblößt, die Ohren sind meist zur Seite gedreht, das Gebiss meist ganz geschlossen und die Augen zurück gerollt.

 

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

In menschlicher Obhut lsöen auch andere Gerüche ein Flehmen aus wie etwas Knoblauch, Alkohol, destilliertes Wasser, Medikamente, Blut, parfüm, Rauch und Tabakgeruch.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Da das Flehmen zum natürlichen Verhaltensrepertoire und Verhaltensbedürfnis des Pferdes zählt, sollte das Tier nicht daran gehindert werden. Allerdings sind bestimmte Auslöser wie Zigarettenrauch, Parfüm usw. zu vermeiden.

FERNERKUNDEN

Erhöhte Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit bestimmten unbekannten oder ungewöhnlichen akustischen oder optischen Reizen.

Es gehört zu dem elementaren Ausdrucksverhalten eines Fluchttieres, wobei Gesichts,- Gehör- und Geruchssinn eingesetzt wird.

 

Vorgehensweise:

1. Reizwahrnehmung (in sicherer Entfernung im angespannten Stehen)

2. Entscheidungsfindung (Warnen, Fliehen oder Naherkunden)

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Mutige Erkundschafter - kommt auf den Pferdecharakter sowie Ausbildung/Erfahrung an - werden oft erfolgreich als Begleitpferd bei der Ausbildung unerfahrener Pferde oder ängstlicher Pferde eingesetzt, als auch gerne als Therapiepferde für Menschen.

Bei fehlender Sicherheit des Pferdes übernimmt das Tier im Beisein des Menschen seines Vertrauens die Erkundung (falls kein "Erkunder-Pferd" auf der Koppel ist).

Bei übertriebener Wachsamkeit kommt es bei manchen Pferden zu motorischer Unruhe mit rastlosem Umherlaufen (u.a. Stall,- Boxen- oder Zaunlaufen) zB. beim Wegführen eines Bindungspartners.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Erhöhte Aufmerksamkeit des Pferdes gilt in der Zusammenarbeit mit dem Menschen als sehr wünschenswert, dennoch sollte das Tier nicht durch kurzes Anbinden, Festhalten, mangelnde Kopffreiheit usw. daran gehindert werden, seinem natürlichen Wahrnehmungsbedürfnis von Außenreizen nachzukommen.

Wichtig ist ausreichend Zeit dem Pferd zu geben, zur gemeinsamen oder selbstständigen (je nach Charakter und Selbstbewusstsein) Erkundung neuer Situationen, Gegenständen usw. zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam spazieren gehen ist vertrauensbildend, wobei man sich an Aufsehen erregende Gegenstände/Situationen im Zick-Zack-Kurs annähert, sie zuerst umkreist, um sie dann in einer Naherkundung als harmlos zu identifizieren.

Fernerkundungshaltung imitiert man, in dem man den Oberkörper aufrichtet, den Kopf hoch nach vorne streckt, die Augen weitet und in die Richtung fixiert, wohin das Pferd starrt und kurz den Atem anhält. 

Danach gibt man Entwarnung, in dem man ruhig und normal weiteratmet, die Haltung entspannt und gelassen ist und die Arbeit wieder aufnimmt oder weitergeht (ohne dabei das Pferd zu beruhigen).

ERSCHÖPFUNG

Verursacht durch psychische oder physische Überanspruchung.

 

Anzeichen:

Kraftlosigkeit

Lethargie

Müdigkeit

Unwohlsein

erhöhte Atemfrequenz

geweitete Nüstern

glanzlos, eingefallene Augen

lässt meist Kopf hängen

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Pferde sind von sich aus freiwillig nicht bereit, bis zur erschöpfung aktiv zu sein. Starke Erschöpfungsmerkmale treten nur dann auf, wenn durch die Zusammenarbeit mit dem Menschen starke psychische und physische Überanspruchungen entstehen oder schwerwiegende Krankheiten ignoriert werden.

Erschöpfung aknn weitreichende gesundheitliche folgen haben und ist unbedingt zu vermeiden. Anhaltende körperliche und emotionale Erschöpfungszustände können Anzeichen für eine Überlastung sein, was unbedint therapiert gehört.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Eine Erschöpfung des Pferdes ist unbedingt zu vermeiden, es gilt zudem als tierschutzrelevant. Auf erste Anzeichen von Überlastung und Erschöpfung ist die sofortige Einleitung tiefer Entspannungsphasen zweckmäßig. Darüber hinaus sollte die zweifelsfreie Klärung der Ursachen für die Erschöpfungssymptome erfolgen ,damit man gegensteuern kann (anderes Training, kürze Trainingseinheiten, neuer Koppelpartner, ausreichend Heu, keine körperlichen Schmerzen, Sattel anpassen, Trense anpassen, Reiweise überdenken - zu harte Hand? zu steif im Sattel? Umgang mit dem Pferd uvm.)

EMOTIONALE  ERREGUNG

Mangelnde Ansprechparkeit, erhöhte Wachsamkeit, Motorik & Emotionalität spielen hier zusammen, wo das Pferd in ein hohes Stresslevel versetzt wird.

Körperanzeichen:

angespannte Körperhaltung

erregter Augenausdruck

aufgeblähte Nüstern

nervöses Ohrenspiel

Schweifschlagen

Buckeln

Auf-und Ab-Traben

Laute:

erregtes Wiehern

Schnauben

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

In menschlicher Obhut tritt angstbedingtes Erregungsverhalten oft auf, bei vermehrter Wechsel von Artgenossen in Gruppenhaltung, fremde Geräusche und Gerüche kann auch häufig Auslöser sein und auch oft in Zusammenarbeit mit dem Menschen spontan gezeigt werden.

Angespannte hochblütige Pferde atmen flach und geraten schnell in eine Sauerstoff-Mangelsituation, in der sie beginnen, panisch zu werden (sogenanntes "Heißlaufen"). Bevor es dazu kommt sind verschiedene Anzeichen vorhanden wie Anspannung von Rückenmuskulatur, Kiefer und Lippen, Abwenden vom Menschen mit erhobenen Kopf, Schweifeinklemmen...

Erregungszustände müssen von krankhaften Verhaltensstörungen wie zB. Boxen- und Achtenlaufen unterschieden werden.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Ängstliche Erregungszustände behindern in erheblichen Ausmaß die Lern- und Leistungsbereitschaft des Pferdes und verlangen eine beruhigende Einwirkung als auch Geduld. Dazu signalisiert man dem Pferd, den Grund seiner Erregung wahrgenommen zu haben (man entwarnt quasi) und stellt die konzentrative Entspannung des Pferdes v.a. durch eine Kopftiefhaltung wieder her. Bei nervlich stärkeren Pferden kann durch das Setzen eines Impulses eine Ablenkung von der Erregung erfolgen.

EMOTIONALE Zuwendung

Lautäußerung:
zB. Brummeln, Anblasen

Körperkontakt:
Lecken, Haut,-und Fellpflege, Kneifen, Stupsen

 

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Auch in der Pferd-Mensch Beziehung braucht das Pferd als soziales Wesen Anerkennung, Aufmerksamkeit, Zuwendung und positive Bestärkung.

So muss in einem Aufmerksamkeit fordernden Verhalten des Pferdes kein mangelnder Respekt gegenüber dem Menschen vorliegen!
Das Bindungsverhalten zu seinem Pferd kann einerseits sehr intensiv und dauerhaft sein, andererseits muss es nicht unbedingt vorhanden sein. Unabhängig davon können Menschen NIEMALS den Artgenossen ersetzen.

Die vertrauensvolle Zuneigung seines Pferdes kann in verschiedenen Zusammenhängen beobachtet werden, wie zB. während des Putzens, wenn Dich das Pferd bei Dir beginnt "Fellpflege" zu machen oder seinen Kopf bei Dir auflegt (zB. auf Deiner Schulter), oder beim Begrüßen, wenn es Dir in die Nase "bläst" und dann bei Dir verweilt und entspannt stehen bleibt.

Mangelnde emotionale Zuwendung kann durchaus ein Grund für Verhaltensstörungen sein. es hat sich gezeigt, dass Fohlen die entweder nicht mit Artgenossen oder Menschen aufwachsen, später nicht besonders an deren Gesellschaft interessiert sind.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Sucht das Pferd Zuwendung bzw. Aufmerksamkeit, kann die Bezugsperson unterschiedlich hierauf reagieren.

Ein normales ablehnen durch zB. Ignoranz, ist genauso möglocj wie sich darauf einzulassen. Als imitierendes Zuwendungsverhalten legt man zB. den Arm um den Pferdehals, was zudem beruhigend wirken kann (wenn das Pferd damit keine negativen Erfahrungen gemacht hat). Das Berühren mit der Hand im Kopfbereich, setzt ein großes Vertrauen des Pferdes voraus, vorausgesetzt es hat auch dazu keine negativen Erfahrungen gemacht (schlagen ins Gesicht). Gerade bei Erstbegegnungen kann es da oft zu Missverständnisse kommen zwischen Pferd und Mensch, der mit erhobener, angespannter Körperhaltung, erhobenen Händen und fixiertem Blick auf das Pferd zugeht (kann bedrohlich wirken).

Oft wird die menschliche Zuwendung erfolgreich auch als Belohnung für das gewünschte Pferdeverhalten oder Training eingesetzt (positive Bestärkung).

DROHEN

Verschiedenste Ausdrucksformen, die den Gegner einschüchtern sollen, ohne dass es zum Kampf kommen muss.

 

Dabei kommt der gesamte Körper zum Einsatz: von Ohren anlegen, Stampfen, Hinterhanddrohen, Schweifschlagen, Unmutsgesicht...

 

 

Beißdrohungen dienen zumeist als Warnung vor dem Zubeißen und sind u.a. beim Imponierverhalten, Kämpfen, Jaen und beim Fressen zur Einhaltung der Individualdistanz zu beobachten.

 

Wird dominantes Drohen ignoriert, kann daraus Wut entstehen, wo es dann zum Angriff/Kampf kommt.

 

Beißdrohungen und Drohschweifschlagen werden auch bei lästigen Fliegenbissen und heftigen Bauchschmerzen gezeicht.

 

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Pferde zeigen dem Menschen gegenüber allgemein ein defensives Drohverhalten (siehe Bild 2). Gezieltes Angriffverhaltne wird als schadensvermeidende Reaktion interpretiert, das auf Angst, Frustration, schlechte Erfahrungen mit dem Menschen oder Schmerzen zurückzuführen.
Offensives Drohen (Bild 1) gegen Menschen geht mit der Dominanz  im Raumverhalten einher und kommt v.a. dann vor, wenn die Rangordnungsverhältnisse Pferd-Mensch nicht eindeutig geklärt ist bzw. ein Pferd von klein auf schlechte Erfahrungen mit Menschen hatte oder wenig positives mit Menschen in Verbindung bringt.

 

Im Alltag stellt sich ein heftiges Drohen u.a. bei Futtergaben (Futterneid) ein.

 

Darüber hinaus kann angstbedingtes Drohverhalten bei starkem Dominanzverhalten der Bezugsperson oder beim Satteln und Aufzäumen vorkommen, das für Schmerzen bzw. schlechte Erfahrungen sprechen kann.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Grundsätzlich gilt, dass man vorab auf den Grund gehen muss, warum zeigt das Pferd dieses Drohverhalten gegenüber seiner Bezugsperson (schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht in Ausbildung, schlechte/keine Beziehung zu seiner Bezugsperson, Schmerzen, falsche Ausrüstung...).

Man sollte nie aggressiv gegen dem Pferd reagieren, da hierdurch die Gefahr des Angriffes/Kampf des Pferdes besteht.

In diesen Fällen ist ein angemessenes Deeskalationsverhalten erforderlich, das u.a. mit spontaner Ablenkung oder beim Abwenden als "Time out" sowie das Einnehmen einer passiven Körperhaltung mit gesenktem Kopf und Blick und gerundeten Schultern erfolgt.

Wenn es kein "Hilfeschrei" ist nach Schmerzen, oder falscher Ausrüstung (weil man vorige, sanfte Hinweise des Pferdes nicht verstand), sollte man an der Pferd-Mensch Beziehung arbeiten, Führungsverhalten, Sicherheit, Vertrauen.

Wenn man sein Pferd gut kennt und weiß, dass es nicht auf Angriff geht...kann es auch helfen, das Drohverhalten zu imitieren u.a. mit aufgerichtete Körperhaltung und angehobenen Brustkorb sowie mit fixierten Blick auf die Pferdeaugen.
Zur Not kann man auch noch die Arme heben und das Pferd zurück schicken/weg schicken.

Wichtig ist immer die Sicherheit eines selbst und das Pferd nie in eine Verteidigungshaltung zu zwingen!

BUCKELN

Plötzliches kräftiges, meist wiederholtes Hochspringen mit allen vier Gliedmaßen oder auch abwechselnd mit Hinter- und Vordergliedmaßen im Schritt, Trab oder Galopp.


 

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Das Buckeln gehört zum Nornalverhalten des Pferdes und kann beim Reiten oder während der Bodenarbeit als Verteidigungshaltung beobachtet werden.
Die häufigste Ursachen sind im nicht artgerechten Umgang mit dem Pferd zu suchen wie zB. Einschränkung der freien Vorwärtsbewegung (zB. falsche Zäumung, falscher Sattel), Schmerzen durch Ausrüstungsgegenstände, verspannte Rückenmuskulatur, Angst vor dem Reiter, Verlust der Balance (Ausbildungsfehler)...
Häufig können auch starke Unsicherheit und Zwangsmaßnahmen Auslöser für dieses unerwünschte Verhalten sein wie zB. unter Druck/Zwang mit seinem Pferd einen Ort aufzusuchen mit dem es negative Erfahrungen verbindet.

Hinzu kommen eine Veranlagung zur Verspannung bzw. Kitzeligkeit im Ellbogenbereich sowie die Druckempfindlichkeit in der Nieren- bzw. Lendengegend.

 

In begrenzten Haltungssystemen (Boxenhaltung mit stundenweise Koppelgang) kann ein angestauter Bewegungsdrang entstehen, der sich dann beim Arbeiten mit dem Pferd bemerkbar macht, weil das Pferd dadurch probiert (zB. Buckeln) sich von kleineren Gelenksblockaden und Muskelverspannungen zu lösen.

 

Auch mit verantwortlich für vermehrtes Buckeln ist die möglicherweise falsche Ernährung, welche nicht angepasst an Bewegung, Haltung, Verbrauch und Rasse ist

(wenn Du dazu Fragen hast, berate ich Dich gerne spezifisch dazu!)

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Die Ursache des unerwünschten Buckelns ist v.a. in der Haltung, im Umgang oder in einer Schmerzreaktion zu suchen. Ein täglicher, ganztägiger Koppelgang, ohne Kraftfutterzugabe, mit Kontakt zu Artgenossen und Heu ad libid wird als Vorbeugung angesehen.

Wenn Buckeln im Zusammenhang mit Spielen ist oder Bewegungsdrang im Freilaufen in der Halle oder Platz, soll man es nicht unterbinden, sondern gewähren...da dies notwendig ist für die Pferde um sich natürlich zu strecken, dehnen und Blockaden zu lösen.

Wenn Buckeln im Zusammenhang mit Schmerz (falscher Sattel, falscher Zaumzeug, Schmerzen in den Gelenken, Rücken, Bauch, Zähne, Hufe...) ist unbedingt Tierarzt, Sattler, Hufschmied holen und Beratung suchen von Fachleuten!

Wenn alles ausgeschlossen werden kann und man ein Pferd hat, dass sich "Buckeln" angelernt hat, um seinen gewünschten Effekt zu bekommen, muss man sich auch dahingehend eine fachliche Hilfe suchen, um durch sanftes Desensibilierungstraining und positive Verstärkung das Pferd wieder reitbar/handlebar zu machen.

(wenn Du dazu Fragen hast, berate ich Dich gerne spezifisch dazu!)

BLASEN

Prustendes Ausstoßen von Luft durch die weit geöffneten Nüstern bei geschlossenem Maul. Das Pferd steht komplett still, die Körperhaltung ist angespannt, der Kopf erhoben und der Schweif zumeist aufgestellt.


 

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Das "Blasen" erfolgt in der Pferd-Mensch Beziehung in verschiedenen Zusammenhängen. Besonders häufig tritt es im erregten Zusand des Pferdes, als Warnsignal, aber gelegentlich auch als Spielsignal, auf.
Die Angst des Menschen in der Zusammenarbeit mit dem PFerd überträgt sich in bestimmten Fällen unmittelbar auf das Pferd (Stimmungsübertragung)!
Bei unsicheren Reitern oder Bezugspersonen bzw. bei fehlender Führungsqualität nimmt das Pferd die entsprechende stressbedingte Körperreaktion des Menschen wie erhöhte Atmung, erhöhte Herzfrequenz, den Schweißgeruch und die Körperspannung/haltung wahr.
Dadurch kann das Tier u.U. in ein erhöhtes Warnverhalten versetzt werden in Deiner Gegenwart.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Für eine angemessene Reaktion des Menschen muss der Anlass des "Blasens" festgestellt werden:

Warnsignal: grundsätzlich gilt, dafür Sorge zu tragen, dem Pferd gegenüber keine Angst zu vermitteln, sonder Gelassenheit, Vertrauen und Sicherheit, um damit unnötige Warnverhalten zu verhindern (Beziehung aufbauen, Beziehungsarbeit!)

Warnt einem das Pferd vor dem annähern, sollte man signalisieren, dass man das Warnsignal verstanden hat (stehen bleiben) und man keine Gefahr für das Pferd darstellt (enstpannte Körperhaltung, Blick am Boden, warten bis das Pferd kommt)

 

Gilt das Warnsignal etwas anderem gegenüber (vorbeifahrendes Fahrzeug, Spaziergänger, Hunde, Wildwechsel, Radfahrer....), sollte man dem Pferd Sicherheit vermitteln! Ruhig stehen bleiben neben dem Pferd (zeigen ok ich hab es auch gesehen) und dem Pferd das Gefühl geben, es seí bei Dir sicher, die potentielle Gefahr ist in deiner Nähe ungefährlich.
Dazu richtet man sich auf, macht sich als Führungspersönlichkeit optisch groß und streckt den Kopf nach oben, hebt sein Kinn und blickt konzentriert in die selbe Richtung. Danach gibt man die Entwarnung durch körperliche und mentale Entspannung, ruhiger gleichmäßiger Atem und zurückkehren zum ursprünglichen (gemeinsame Arbeit, zurückgehen auf die Koppel, weitergehen beim Spazieren...).

BEISSEN

Als offensive Agressionsform wird sie häufig von Ranghöheren gegen einen rangniedrigen Artgenossen gerichtet.


Es äußerst sich wie folgt:

unter Hengste: 
Kampftaktik oft mit quietschen 

Vertreiben: oft Bisse gegen die Hinterhand, wenn auf Ohren anlegen nicht reagiert wird

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Wenn ein Pferd einen Menschen beißt, sind es in 1. Linie schlechte Erfahrungen mit Menschen, von dem es sich bedroht fühlt oder bedroht wurde (Pferde haben ein gutes Gedächtnis und erinnern sich an schlechte wie auch gute Erfahrungen).
Andererseits können u.a. erlerntes Verhalten, Spiellaune, Sattelzwang, Schmerzen, Kitzeligkeit sowie das Füttern aus der Hand und das Streicheln an der Nase Auslöser für das Beißen sein.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Ein Pferd, das aus Angst beißt und kein Vertrauen zum Menschen hat, darf dafür keinesfalls bestraft werden. Bei diesen Pferden ist es besonders wichtig, durch viel Zuwendung, Geduld und Einfühlungsvermögen ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis aufzubauen.
Liegen die Ursachen in einer nicht geregelten Führungsrolle des Menschen bzw. wurde das Pferd durch regelmäßige Handfütterung von Leckerlis verwöhnt und dadurch regelrecht zum Kneifen, Beißen und aufdringliches Absuchen erzogen - muss die Führungsqualifikation der Bezugsperson grundlegend neu erarbeitet und gefestigt werden. Auch wenn es sich offensichtlich um eine Spiellaune handelt, darf auf keinen Fall mit einem Gegenangriff oder eine Bedrohung reagiert werden, da das Tier dadruch unter anderem zum Kampf herausgefordert werden kann.

BEGRÜSSEN

Herstellung von intensiver Aufmerksamkeit im Individualbereich zweier Pferde - welche in Zuwendung oder auch Ablehnung münden kann.

 

Das ranghöhere Pferd initiiert und beendet grundsätzlich die Begrüßung, wobei es die Individualdistanz als Erstes unterschreiten darf.

Es äußerst sich wie folgt:

bei Zuneigung: Wiehern, Brummeln, Nüstern blasen, Fellpflege

bei Abneigung: Quietschen, Drohen, Stampfen, Vorhandschlag

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Bei der Begrüßung wird oft zunächst gebrummelt, an den Haaren oder Ohren bzw. an dem menschlichen Atem gerochen (besitzt Wiedererkennungswert).

Auch wird meist die Rangfolge neu geklärt, hinterfragt oder bestätigt, wobei das Pferd u.a. die Körperhaltung, Stimme, Geruch, Muskeltonus und den Hautwiderstand als Enzeiger für den Sozialstatus wahrnimmt.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Die Begrüßung zwischen Mensch und Pferd nimmt in der alltäglichen Arbeit eine besondere Bedeutung ein, da sie zu den vertrauensbildenden Maßnahmen zählt. 
Sie erfolgt zuerst von der Bezugsperson und wird durch diese wieder beendet.

Man sollte sich leicht seitlich von seinem Pferd aufstellen und dem Pferd seinen Atem als Zeichen der Zuneigung in die Nüstern hauchen. Gleichzeitig lässt man sich ausgiebig beriechen und berühren. Auch du kannst dein Pferd am Hals riechen und es spüren. Bei positiver Reaktion deines Pferdes, kann man beginnen Hals und Widerrist zu kraulen.
Raubtierhaltungen sollten dabei vermieden werden wie zB. gespreizte Finger und fixierende Blicke. Ansprechen in tiefer, ruhiger Tonlage imitiert das freundliche Brummeln. Zeigt das Pferd meist Abneigung beim Begrüßen von Menschen, sind die Ursachen meist mangelndes Vertrauen.

 

ANNÄHERN

Die Art der Annäherung an Artgenossen, andere Individuen oder Objekte ist motivationsabhängig und fällt im Ausdrucksverhalten dementsprechend unterschiedlich aus.Grundsätzlich geht es um eine Vorwärtsbewegung auf direktem oder sich schlängelnden Weg zum Zielobekt in allen Gangarten

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Das Pferd kann sich aus unterschiedlichen Motivationen den Menschen nähern. Bei Hauspferden geschiet dies hauptsächlich in einer Erwartungshaltung, im AUFMERKSAMMACHEN.

Nach AUFFORDERN des Menschen kann sich das Pferd so nähern und dabei eine Unterlegenheitsgestik zeigen wie: Leck-und Kaubewegung (wenn das Pferd dich als ranghöher ansieht).

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Das problemlose Annähern stellt eine elementare Bedingung in der Mensch-Pferd-Beziehung dar.

Zu berücksichtigen wäre, sich einem Pferd NIE im toten Winkel des Pferdes zu nähern, da es sich trotz großer Vertrautheit durchaus schrecken kann und dadurch unberechenbar handeln könnte. Daher seitlich dem Pferd annähern, in ruhigen, festen Schritten. Bei dir nicht vertrauten Pferden beim annähern, einige Meter davor stehen bleiben in einer entspannten Haltung und warten wie das Pferd auf dich reagiert. Ob du eingeladen wirst näher zu kommen, ob das Pferd von selber zu dir kommt oder ob du lieber wieder gehen solltest.

ÄNGSTLICHE AUFMERKSAMKEIT

Die 1. Stufe des Angstverhalten Deines Pferdes (Steigerungsphasen sind Irritation, Ängstlichkeit, Panik, und Defensive Aggression).
Dies ist ein innerer, leichter Erregungszustandes durch eine wahrgenommene "Bedrohung" bzw. "Unbekannten". Pferde nehmen offenbar bedrohliche Situationen subjektiv als Gefahr wahr und erleben Angst.
Körperliche Anzeichen können noch folgende hinzukommen:
Häufiges Kot,- und oder Harnabsetzen,, Schnauben, erhöhte Atem,-Pulsfrequenz, aufgerissene Augen ...

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Scheuen ist einen natürliche Reaktion, welche Menschen wahrnehmen bei ihrem Pferd, wenn es sich vor etwas fürchtet. Noch hinzu kommen, Lern,- und Verhaltensprobleme, Blockierungen, Muskelverspannungen, Fressunlust, Unwilligkeit und fehlende Leistungsbereitschaft, schwere Kontrollierbarkeit unter dem Sattel, Nicht-Einfangenlassen.
In der Obhut von Menschen reagieren Pferde besonders ängstlich und empfindlich u.a. bei Schmerz, Missverständnissen, Überforderungen, große Aufregung, starken Konflikten, Trennungsschmerz von Stuten/Fohlen/Herdengenossen, Tierarzt, Hufschmied...Zeigt ein Pferd sein natürliches Meideverhalten beispielsweise Angst vor Schmerz (falscher Sattel, schlechter Sitz, falsches Zaumzeug, harte Hand...) und erfährt es häufig Gewaltanwendung wenn Pferd nicht "funktioniert", kann sich ein Zustand der sogenannten "erlernten Hilflosigkeit" einstellen. 

Auch Angst und Unsicherheit des Menschen können sich auf unsichere Pferde übertragen. Außerdem sind Pferde in der Lage, biochemische Veränderungen (Stress, Ungeduld, Angst, Ärger, Wut...) im menschlichen Körper wahrzunehmen.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Erkennen und unterscheiden angstbesetzter Ausdrucksformen sowie Klärung der Ursache.

In erster Linie überprüfen: HALTUNG, HERDE, FÜTTERUNG, UMGANG der Menschen im Stall mit den Pferden (Stallbursche, Einsteller...), AUSTRÜSTUNG, TRAINING

Ob es dahingehend etwas gibt, was dem Pferd Angst bzw. Unbehagen bereitet - wenn ja, dies zu Gunsten des Pferdes verbessern/ändern.
VERTRAUEN --> Ein starkes Vertrauensverhältnis und die Anerkennung des Menschen als Sozialpartner können das Angstverhalten und die Stressanfälligkeit des Pferdes erheblich reduzieren. Arbeite an der Beziehung mit deinem Pferd, gehe spazieren, mach Bodenarbeit, Freiarbeit oder sei einfach nur einmal da bei deinem Pferd - ohne etwas zu verlangen.


ABNEIGUNG

Dein Pferd zeigt Dir oder seinen Artgenossen, dass es gegen bestimmte Reize (zB. Futter) oder Objekte, Handlungen sowie Situationen eine Abneigung bzw. Ablehnung hegt.

Das Abneigungsverhalten zeigt sich in einer mehr oder weniger angespannten Mimik und Körperhaltung des Pferdes. Dabei werden die Ohren angelegt und die Oberlippe wird angewidert gekräuselt und/oder mit den Zähnen geknirscht.

Sozialverhalten des Pferdes in der PFERD-MENSCH Beziehung:

Abneigung gegenüber dem Menschen wird vom Pferd spontan gezeigt und tritt in unterschiedlichen Zusammenhängen auf. So können zB. unangenehme Gerüche (Parfum, Tabak, Waschmittel usw.) zu unmittelbarem Ablehnungsverhalten führen.

 

Wie verhalte ich mich dazu richtig:

Es handelt sich dabei um kein "schlechtes Verhalten" gegenüber seinen Besitzer oder Artgenossen. Die Bezugsperson ist nun angehalten dem nachzugehen, eine Erklärung zu finden z.B. in Haltungsbedingungen (Futter, Einstreu...), Trainingsabläufen (stört zB. ein Geruch die Konzentration), Artgenossen usw. und sich dem Pferd gegenüber grundsätzlich ruhig und freundlich zu verhalten.

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