HUNDEVERHALTEN VERSTEHEN

Schon immer gab es den Wunsch des Menschen, die Sprache der Tiere zu verstehen! Ich helfe Euch hier, zumindest Euren/e Hund/e besser verstehen zu lernen. Euer Hund kommuniziert laufend mit Euch und eigentlich sehr deutlich und direkt, Ihr müsst nur lernen es richtig zu deuten um darauf auch aggieren zu können - für eine besser HUND-MENSCH Beziehung!

AUGENAUSDRUCK

 

Der Augenausdruck sagt viel über die Stimmung aus und kann sich von einer Sekunde auf die nächste ändern.

 

Die Pupillengröße verändert sich je nach Lichteinfall und auch je nach erregungs,- oder Stresszustand.

Weite Pupillen:

Sympathikuserregung durch einen Stressor führt zu weiten Pupillen. Das Vegetative Nervensystem, zu dem der Sympathikus gehört, kontrolliert alle unbewussten und lebenserhaltenden Körperreaktionen. (Erklärung Bild links oben: dieser Hund ist in einem starken Stresszustand und seine Augen sind aufgerissen bzw. seine Pupillen vollständig geweitet).

 

Fixieren:

Die Pupillen sind meist klein und die Augen wirken durch die angespannten Lider ebenfalls kleiner. Das Gegenüber wird fixiert und die Augenbrauenpartie ist zusammengezogen. Der Hund kann parallel andere Drohsignale wie zum Bsp. Nasenrückenrunzeln zeigen. (Erklärung Bild rechts oben: seine Lider sind zusammengekniffen. Zwischen den Augen sind Haut und fell leicht zusammengeschoben. Dieser Hund zeigt ein deutliches Zähneblecken mit sehr angespannten Lefzen und kurzer Maulspalte).

 

Weiche Augen:

Die Augen sind leicht geschlossen und der Hund kann dabei blinzeln. Körpersprache und Gesichtsmimik sind meist neutral-entspannt. (Erklärung Bild oben Mitte: Dieser Hund zeigt weiche Augen. Er blinzelt leicht und macht ein entspanntes Gesicht. Die Maulspalten sind lang und entspannt, die Ohren stehen neutral).

 

Aufgerissene Augen:

Wenn Hund gestresst oder verängstigt sind, reißen sie die Augen auf. Dieser Augenausdruck zeigt sich oft auch bei deutlich angstbedingten Drohverhalten. Die Kopfhaut ist angespannt und dadurch sind die Lider zurückgezogen, sodaß man oft sogar das Weiße im Auge sehen kann.

(Erklärung Bild unten: Der deutsche Schäferhund sieht sich nach seinem Verfolger um. Seine Augen sind dabei so stark nach hinten gedreht, dass mam das Weiße sieht).

Agressives Verhalten

Als Aggression bezeichnet man Drohungen oder direkt schädigende Verhaltensweisen, die gegen ein anderes Individuum gerichtet sind.

 

Mit dem Verhalten versucht der Hund die Distanz zwischen sich und einem anderen zu vergrößern.

Es gibt verschiedenste Agressionsmotive (Hintergründe):

  • Allianz Aggression - ein unsicherer Hund zeigt dies häufig wenn er eine starke Gruppe hinter sich hat (Artgenossen, Menschen)
  • Aggression aus Angst/Frustration - wenn keine Möglichkeit zur Flucht oder keine Möglichkeit zum Zielobjekt zu gelangen (an der Leine, Zaun dazwischen)
  • Aggression aufgrund organischer Erkrankungen (zB. Schilddrüsenunterfunktion, Hirntumore, Epilepsieformen...)
  • Konkurrenzbedingtes Aggressionsverhalten - Futter, Wasser, Spielzeug, Aufmerksamkeit von seinem Menschen, Eifersucht gegenüber einem Artgenossen, Schlafplatz
  • Defensiv-aggressives Verhalten - Hund oder Mensch auf Distanz zu halten
  • Status-bedingtes Aggressionsverhalten - wenn sich Hunde bedroht fühlen oder in die Enge getrieben (schlagen, anschreien, in die Ecke treiben, treten...) kann dies eskalieren bei starken Persönlichkeiten oder Hunden mit schlechter Erfahrung
  • Aggression aufgrund von Medikamenten - Nebenwirkungen!
  • Angstbedingte Aggression - zeigen sehr ängstliche, unsichere Hunde, dazu kommt oft auch häufiges urinieren und/oder Durchfall
  • Aggresives Verhalten als Ausdruck der Gruppendynamik - alle Hunde sind aggressiv irgendwem gegenüber (die Macht des Rudels)
  • Geschelchtsabhängiges Aggressionsverhalten - manche Hunde zeigen nur Aggression entweder dem gleichen Geschlecht gegenüber oder dem anderen
  • Mütterliche Aggression - Schutz der Welpen (gilt auch bei Scheinschwangerschaft)
  • Schmerzbedingte Aggression
  • Jagd motiviertes Aggressionsverhalten - angreifen von kleineren Tieren (Katzen, Hasen, Hühner...) - Fangen und Töten von Beute
  • Aggressionsverhalten durch Missverständnisse im Spiel - wenn der Jäger plötzlich zum Gejagten wird
  • Umgerichtetes aggressives Verhalten - zB. ein Hund möchte einen anderen Hund angreifen und ist frustriert weil er nicht hin kommt weil er an der Leine ist und als umgerichtetes Verhalten beisst er seinen Besitzer. Oder ein Hund empfängt in Anwesenheit eines anderen Hundes schmerzhafte Strafreize - zB. durch eine Stachelhalsband - weil er an der Leine zieht. Spontan dreht der Hund zur Seite und bei´ßt den vorbeigehenden Hund.

OHRSTELLUNG

Seehundohren

 

Die Ohren sind so stark nach hinten und an den Kopf gedrückt, dass sie praktisch kaum sichtbar sind.

 

Diese zeigen Hunde um zu beschwichtigen bei großer Angst.

OHRSTELLUNG

eng angelegte Ohren

 

Ängstliche Hunde können ihre Ohren eng seitlich an den Kopf/Nacken legen, es signalisiert Unsicherheit, noch mehr zeigt der Hund seine Unsicherheit mit gleichzeitiger Nase lecken, wo er sich womöglich auch bedroht fühlt.

OHRSTELLUNG

halb aufgerichtete Ohren, nach außen gedreht

 

Der Hund ist wachsam und konzentriert sich auf Geräusche. Hunde können ihre Ohren unabhängig voneinander bewegen und stellen, um so Geräuschquellen besser orten zu können.

OHRSTELLUNG

zurückgelegte Ohren

 

Zurückgelegte, aber dabei nicht eng angelegte Ohren signalisieren Beschwichtigungsverhalten.

OHRSTELLUNG

aufgerichtete, nach vorne gestellte Ohren

 

Diese Ohrenstellung signalisiert Aufmerksamkeit und Selbstvertrauen.

 

 

OHRSTELLUNG

Dachartige Ohren

Wenn die Ohren zu beiden Seiten des Kopfes fast waagrecht abstehen, ist der Hund meist in einem Konfliktzustand. Verschieden Emotions- und Motivationszustände konkurrieren und der Hund kann sich nicht entscheiden.
Bei manchen Rassen gehört eine derartige Ohrstellung allerdings auch zum normalen, äußeren Erscheinungsbild.

Wenn diese Ohrenstellung im Zusammenhang mit Nase lecken im Zusammenhang kommt ist es absolute Unsicherheit!





 

 

 

 

 

 


ANGESPANNTES GESICHT

Jeder der einen Hund sieht, kann in dem Moment beschreiben, was er beobachtet. Über Aussagen wie "Ohren stehen hoch", "Hund hechelt", "Hund legt Ohren an", Hund wirkt ängstlich, erregt oder bedrohlich.

Um Verhalten wirklich zu verstehen, muss man zwischen reinen Beschreibungen und funktionalen Displays unterscheiden (mehr dazu das nächste Mal)

 

Erklärung BILD

  1. Ohrmuschel
  2. angespannte Muskulatur an den Wangen
  3. Maulwinkel
  4. angespannte Lefzen im Unterkiefer
  5. Zunge
  6. angespannte Lefzen im Oberkiefer
  7. Nasenlöcher
  8. Nasenspiegel
  9. angespannte Stirnhaut

ABBRUCHSIGNALE

Dieses Verhalten soll Konflikte beenden oder garnicht erst entstehen lassen - es soll signalisieren, dass weitere Interaktion nicht weiter erwünscht ist.

Kommunikationsversuche eines anderen Menschen oder Tier werden damit unterbrochen. Je unangenehmer dem Hund die Situation ist, desto massiver werden die Signale sein. Werden Abbruchsignale übersehen oder ignoriert, eskalieren Konflikte sehr häufig.

 

Erklärung BILD links oben

nur Sekunden vorher hatten diese 3 Hunde wild miteinander gespielt. Als das Spiel einem zu wild wurde, hat er mit einem Abbruchsignal dafür gesorgt, dass sich jeder kurz mit etwas anderem beschäftigt.

 

Erklärung BILD rechts oben

Die Deutsche Dogge und der Pitbull Terrier signalisieren beide, dass sie die Interaktion beenden wollen: die Dogge durch ein Ausweichen mit dem Körper und der Pitbull durch ein kurzes Nasenlecken.

 

Erklärung BILD links unten

Die Hunde verharren für kurze Zeit und spielen dann weiter.

 

Erklärung BILD rechts unten

Der linke Wolfswelpe reagiert auf das Zähne fletschen seines Spielgefährten mit einem übertriebenen Abwenden.

Folgende Verhaltensweisen stellen Abbruchsignale dar und werden meist in Kombination zu zweit oder dritt verwendet:

  • Deutliches Kopfabwenden
  • Körper abwenden
  • Rücken zudrehen und oder weggehen
  • Erstarren
  • Zähne fletschen
  • Knurren
  • Nackenhaare aufrichten
  • Abgewandte Augen
  • Abgesenkter Kopf
  • Aufgerissenes Maul
  • "Festnageln des anderen
  • Nase lecken
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